Interviews fürs Marketing filmen – der ultimative Guide!

Publié par alexandre le 15 septembre 2020

Egal ob Film, Werbevideo oder Socialmedia Clips – Leuten gezielte Fragen vor der Kamera zu stellen hat lange Tradition und die verschiedensten Spielarten und Qualitätsunterschiede. In diesem Guide möchte ich dir das Filmen von perfekten Interviews erklären. Welche Techniken, Tricks und Equipment man auch als Anfänger anwenden kann, um professionelle Interviews zu schaffen, die nicht nur informativ für das Publikum sind, sondern auch kinematographischen Wert haben und werbewirksam und deinem Marketing zuträglich sind. Außerdem haben professionell wirkende Videos viel bessere Chancen potentielle Kunden anzuziehen. Erfolgreiches Video Marketing hängt zu großen Teilen von gut gemachtem Video Content ab! Die ganze Thematik wirkt vielleicht etwas überwältigend, aber wenn man einige Schlüsselfaktoren beachtet, gibt es keinen Grund auch selbst erfolgreich Interviews zu filmen. 

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Intro

Interviews haben verschiedenste Zwecke. Von einfachen Run-and-Gun Interviews auf der Straße für ein Informationsformat im Fernsehen über Interviews für Werbezwecken, in denen weniger authentische Personen (z.B. Models oder Schauspieler für Werbungen) interviewt werden, bis hin zu Interviews in Spielfilmen und Dokumentationen.

Ich möchte heute die Eigenschaften der vorbereiteten, im Englischen auch “scripted”, Interviews besprechen. Für diese Art Interviews sind eine Menge Dinge zu beachten, um den meisten Wert für den Zuschauer zu generieren und das Interview auch so professionell wie möglich erscheinen zu lassen.

Die meisten Eigenschaften eines professionell gefilmten Interviews sind auf die richtige Technik und sonstige Tricks zurückzuführen und weniger teurem Equipment geschuldet. Somit lassen sich tolle Interviews auch von Anfängern realisieren – das richtige Know-How vorausgesetzt.

Location – wo filme ich am besten?

Im Unterschied zum Run-and-Gun Interview sollte man sich beim scripted Interview von vornherein schon einmal mehr Zeit bei der Wahl des Drehorts lassen. Interviews in den Nachrichten z.B. bei der Katastrophenberichterstattung lassen dies oft nur in geringem Maße zu.

Was man also als erstes machen sollte, ist sich einen Ort auszusuchen mit einem Hintergrund, der Tiefe vermittelt. Das bedeutet in der Praxis, dass man die zu interviewende Person mit einem gewissen Abstand zu dahinter liegenden Objekten/Wänden platziert.

Das “beruhigt” das Bild und hebt den Hauptgegenstand des Bildes, die interviewte Person hervor und grenzt diese klar von seiner Umgebung ab. Das Publikum kann sich somit besser auf die Person fokussieren und in weiterer Folge auch auf das Thema bzw. Gespräch des Interviews.

Linien in die richtige Richtung vermitteln Tiefe!

Des Weiteren sollte man auf räumliche Linien im Bild achten. Wenn man sich z.B in einem relativ engen Raum befindet, sollten die Linien von Fenstern, Wänden, Säulen etc. einen Fluchtpunkt hinter dem Subjekt haben. Dies vermittelt räumliche Tiefe und trägt auch dazu bei das Subjekt vom Hintergrund abzuheben. Man kann sich besser auf die Person konzentrieren.

Die räumliche Tiefe wird vom menschlichen Auge auch als “angenehmer” empfunden und führt weniger schnell zu Ermüdungserscheinungen.

Die Umgebung sollte zum Thema passen!

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Ortswahl ist die Thematik des gesamten Videos, das wir produzieren bzw. für wen oder was wir das Video produzieren. Angenommen ich drehe eine kurze Doku über eine Musikband, damit sie sich vorstellen und über Social Media vermarkten können. Dabei werde ich idealerweise einen Ort wählen, der mit der Band und deren Musik in Verbindung steht, wie etwa ein Proberaum oder ein Tonstudio.

Diese Kohärenz sorgt dafür, dass das Interview vom Publikum als stimmig und angenehm empfunden wird und lässt sich perfekt in das restliche Video, in dem z.B. der Alltag der Bandmitglieder dargestellt wird, integrieren.

Du stellst ein Produkt vor, das mit öffentlichem Verkehr zu tun hat? Warum nicht in der U-Bahn filmen?
Du stellst ein Produkt vor, das mit öffentlichem Verkehr zu tun hat? Warum nicht in der U-Bahn filmen?

Was soll im Bild sein und was nicht?

Ganz wichtig, wenn es um die Wahl der Ortes geht, sind die Gegenstände, die im Bild zu sehen sind. Man sollte dabei Dinge vermeiden, die extrem bunt sind, extrem ausgefallene Formen haben oder sich bewegen. Ein absolutes No-Go sind Monitore (falls nicht explizit notwendig).

Ein Bild sollte nicht unruhig auf das Publikum wirken und daher empfiehlt es sich, überflüssige Gegenstände im Hintergrund (auch wenn dieser weiter weg und unscharf ist!) zu entfernen.

Ein klassischer Anfängerfehler ist das Vergessen von eigenem Fotoequipment wie zum Beispiel Rucksäcke, Objektive oder gar ein Stative im Hintergrund.

Was man noch beachten sollte, sind reflektierende und spiegelnde Oberflächen, wie etwa Spiegel, Bilderrahmen, Brillengläser, Fensterscheiben etc. um nicht schlussendlich selbst im Bild zu landen oder störenden Bewegungen durch Personen, die eigentlich hinter der Kamera sind, mit einzufangen.

Genauso lästig wie Reflektionen von Personen oder Bewegungen können Lichtflecken sein, die durch reflektierende Gegenstände entstehen. Darauf sollte man vor Beginn des Interviews aufpassen und das Kamerabild kontrollieren um sich nicht im Nachhinein ärgern zu müssen.

Je nachdem welche Optionen zur Beleuchtung man hat, kann man dunkle oder helle Orte für das Interview wählen. Tageslicht und Kunstlicht haben verschiedene Vor- und Nachteile, aber dazu mehr im Abschnitt zum Thema Licht.

Bildkomposition – wie platziere ich Elemente und Personen im Bild?

Der nächste Schritt, nachdem wir nun einen optimalen Platz für das Interview gefunden haben, ist die Platzierung der Elemente und Personen im Bild bzw. wie die Kamera dementsprechend richtig ausgerichtet wird. Klarerweise ist die Person, das Subjekt, der Hauptgegenstand des Bildes und muss daher am prominentesten platziert werden.

Mittel oder Drittel?

Man hat dabei die Möglichkeit sich nach der Regel der Drittel-Regel (auch goldener Schnitt genannt) zu orientieren oder platziert die Person in der Mitte des Bildes.

Wenn man nach der Drittel-Regel vorgeht, bedeutet dies, die Person entweder im linken oder rechten ersten horizontalen Drittel zu platzieren. Dabei richtet man das Gesicht, je nachdem wie viel man vom Oberkörper im Bild hat, so aus, dass es sich ca. im oberen Drittel der Vertikalen befindet, sodass die Augen der Person auf einer gedachten waagrechten Linie, die das obere Drittel markiert, liegen. Das klingt erstmal alles kompliziert, ist aber in der Praxis ganz einfach und besser erklärt durch das Bild im Folgenden.

Drittel-Regel beschreibt die horizontale und vertikale Teilung des Bildes in jeweils drei Teile als angenehme Art der Bildkomposition

Man sollte beachten, dass über dem Kopf der  Person noch etwas Platz ist und der Kopf den Rand nicht berührt – das verhindert, dass das Bild auf den Zuseher beengend wirkt. Das Gegenteil davon, die Person zu weit unten im Bild zu platzieren, ist genauso schlecht, da es dem Bild dann an Ordnung und fehlt und der Fokus nicht mehr zu 100% auf der Person liegt.

Wohin geht der Blick?

Wenn man die Person nun richtig im Bild platziert hat, geht es weiter mit der Blickrichtung. Angenommen, die Person befindet sich im linken Drittel des Bildes. Nun muss der Blick auf die leere rechte Seite gehen und zwar nicht zu weit nach rechts sondern relativ nahe an der Kamera vorbei. Wenn die Person zu weit nach rechts ins Off schaut, hat man als Zuseher das Gefühl, dass die Person sich auf etwas außerhalb des Interviews konzentriert.

Wenn man die Person nun nach der Drittel-Regel platziert hat, sollte der Blick nicht direkt in die Kamera gehen, sondern knapp daran vorbei. Wahlweise kann die Person dabei sich auf einen Punkt hinter der Kamera konzentrieren oder den Kameramann, der sich neben der Kamera platziert, ansehen.

Diese Art von Platzierung für Interviews ist am geläufigsten und eignet sich auch für Leute, die Scheu vor der Kamera haben.

Die Kamera sollte dabei auf Augenhöhe mit der interviewten Person sein um eine möglichst neutrale Perspektive zu erzielen. Sie ist idealerweise am Stativ um störende Kamerabewegungen zu vermeiden!

Auf welcher Höhe positioniere ich die Kamera?

Man kann die Kamera auch höher oder tiefer als Augenhöhe positionieren, wenn man damit bestimmte Effekte erzielen möchte. Höher als Augenhöhe kann helfen ein Doppelkinn zu kaschieren und hilft darüber hinaus eine Person schmächtiger und unterlegen darzustellen. Zum Beispiel beim Interviewen von Opfern von Verbrechen oder Naturkatastrophen.

Beim Filmen von perfekten Interviews gilt es darauf zu achten, durch die richtige Kameratechnik gewollt Emotionen zu vermitteln!

Das Gegenteil dazu wäre, von unten zu filmen um eine Person mächtiger und überlegen erscheinen zu lassen. Zum Beispiel beim Interviewen eines Sportlers, der gerade einen Sieg gefeiert hat. Genauso kann man auch schütteres Kopfhaar verstecken. Je nachdem welchen Effekt man erzielen möchte, kann man somit etwas in der Kamerahöhe variieren.

In manchen Fällen empfiehlt es sich, die Person in der Mitte des Bildes zu positionieren und sie direkt in die Kamera schauen zu lassen. Warum machen wir das und lassen dabei die Drittel-Regel außer Acht?

Direkter Augenkontakt mit der Kamera führt zu starker Präsenz!

Die Person in der Mitte des Bildes zu platzieren führt zu einer unnatürlichen Präsenz im Bild und eignet sich besonders gut für Erklärvideos bzw. Interviews in denen die Person das Publikum sehr direkt ansprechen will. Dieser Eindruck wird durch den direkten Augenkontakt zusätzlich stark verstärkt.

Man sollte hierbei als interviewte Person allerdings keine Angst vor der Kamera haben. Bestenfalls sollte man etwas Erfahrung mit Interviews haben um souverän genug aufzutreten um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Wichtig bei der perfekten Platzierung der Person im Bild ist, darauf zu achten und dies auch am Anfang zu erwähnen, dass die Position eingehalten werden muss. Bei Bewegung, z.B. bei sich Vorlehnen beim Lachen, sollte die ursprüngliche Position wieder eingenommen wird.

Jetzt haben wir besprochen, wie die Örtlichkeit, in der wir filmen wollen, beschaffen sein sollte und welche Elemente im Bild zu sehen sein sollten und welche nicht. Was nun aber wenn wir außer der Person selbst nichts anderes im Bild haben wollen?

Eine zweite Kamera bringt Abwechslung!

Alle bisher besprochenen Regeln zum richtigen Positionieren im Bild gelten für eine Kamera, die A-Kamera, die direkt vor dem Subjekt steht und dessen Richtung gesprochen wird. Um dem Interview nun den richtigen professionellen Touch zu verleihen und um einiges interessanter zu machen, empfiehlt es sich, eine zweite Kamera, die B-Kamera, zu verwenden.

Die B-Kamera dient dazu, die interviewte Person von einer Perspektive zu zeigen, die sich ein klein wenig von der der A-Kamera unterscheidet. Persönlich empfinde ich einen Winkel von ca. 30-45° im Vergleich zur A-Kamera als sehr angenehm. Dieser nicht zu stark von der Hauptkamera abweichende Winkel sorgt später dafür, dass die Einstellungen nahtlos ineinander übergehen und als sehr angenehm vom Betrachter empfunden werden.

Unterschied zwischen direkter Position der A-Kamera und seitlich versetzter B-Kamera

Die B-Kamera darf in ihrer Brennweite bzw. Distanz (wie viel man von der Person zeigt) ruhig stärker von der Hauptkamera abweichen. Man kann somit gerne die Person im Ganzen, z.B. auf einer Couch sitzend, oder auch einen noch kleineren Ausschnitt des Gesichts zeigen.

Ein Tipp um einem Interview einen filmischen Look zu verleihen ist, mit der B-Kamera immer die Schattenseite des Gesichts der Person zu  filmen. Wobei die Hälfte natürlich nicht komplett dunkel sein sollte! Durch geschickte Beleuchtung erreich man auf der Schattenseite ein „Lichtdreieck“ unter dem Auge. Dieses Dreieck wird auch Rembrandt-Dreieck genannt. Das führt dazu, dass das Gesicht mit mehr Tiefe wahrgenommen wird und plastischer erscheint.

Kameraempfehlung für Interviews

Für ein professionelleres und flexiblere Setup sollte man auf jeden Fall zumindest eine Kamera haben, die in 4k Auflösung aufnimmt. Der Grund dafür ist, dass man im Nachhinein, sollte man dies wollen, den Bildausschnitt ohne Qualitätsverlust verändern kann, indem man z.B. hineinzoomt. 

Ein perfektes Einsteigermodell, das allen Ansprüchen gerecht wird, ist die Lumix G70 von Panasonic. Sie nimmt in 4k Auflösung auf und kann auch mit Objektiv mit längerer Brennweite (wichtig für Interviews!) im Set erworben werden. 

Eine professionellere Option, die noch mehr Einstellungsmöglichkeiten und bessere Bildqualität liefert ist die Lumix GH5, ebenfalls von Panasonic.  Gepaart mit Objektiven mit längeren Brennweiten, ist sie die ideale Interviewkamera. 

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